Tauche ein in die Anfänge der Animation! In diesem praktischen Workshop erwecken die Teilnehmenden Zeichnungen mit einem historischen Gerät – dem Zoetrop – zum Leben. Diese „Wundertrommel“ ist nicht nur faszinierend, sondern auch lehrreich, spielerisch und kreativ bereichernd.
Das Zoetrop ist ein optisches Spielzeug aus dem Jahr 1834 – und damit sogar älter als das Kino. Es zeigt kurze, sich wiederholende Bewegungsabläufe, etwa eine Figur, die geht, winkt oder springt. Wenn ein Papierstreifen, wie der oben gezeigte, im Zoetrop rotiert und durch die Schlitze betrachtet wird, erwachen die Zeichnungen scheinbar zum Leben. In den Videos erfährst du, wie ein Zoetrop funktioniert und wie aus einzelnen Zeichnungen auf Papier eine Animation entsteht.
Im Basis-Workshop (Modul 1) gestalten die Teilnehmenden eine kurze Animation – eine kleine Geschichte, die in einer Sekunde erzählt wird, gezeichnet auf einem Papierstreifen.
Dafür entwickeln sie zunächst eine Bewegungsidee und halten diese in ersten Skizzen fest. Anschließend planen sie den Bewegungsablauf Bild für Bild auf einem Mini-Animationsstreifen mit 15 Bildfeldern. Gemeinsam besprechen wir die geplante Animation. Dabei kann ich bereits anhand der Skizzen beurteilen, ob der Bewegungsablauf funktioniert oder noch angepasst werden sollte. Die Teilnehmenden erfahren dabei, worauf sie bei der Gestaltung einer flüssigen und überzeugenden Bewegung achten müssen.
Anschließend übertragen die Teilnehmenden ihre Zeichnungen auf den großen Animationsstreifen. Schon nach wenigen Bildern können sie die ersten Bewegungen im Praxinoskop oder Zoetrop testen und bei Bedarf korrigieren. So wird die Animation Schritt für Schritt weiterentwickelt, bis die Bewegung flüssig wirkt und der Loop nahtlos funktioniert.
Jede Person entwickelt ihre eigene Animation meist eigenständig. Einzelne Animationen können aber auch gemeinschaftlich gestaltet werden. So kann beispielsweise eine Person die Bewegungsabläufe zeichnen, während eine andere die Figuren koloriert oder zusätzliche animierte Elemente ergänzt.
Der kreative Prozess ist spielerisch und praxisnah. Beim gemeinsamen Betrachten der Animationen im Zoetrop oder Praxinoskop entsteht ein reger Austausch. Die Freude und Neugier der anderen motiviert dazu, neue Ideen auszuprobieren.
Der Workshop verbindet künstlerischen Ausdruck mit technischem Verständnis. Die Teilnehmenden üben sich im Zeichnen und Erzählen und lernen die Grundlagen von Animation und Physik kennen. Gleichzeitig stärken sie ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr Vertrauen in die eigene Kreativität. Durch das gemeinsame Betrachten und Besprechen der Animationen lernen sie außerdem, Ideen zu präsentieren, Rückmeldungen aufzunehmen und voneinander zu lernen.
Die Teilnehmenden des Workshops erzielen:
- ein Gespür für Rhythmus, Bewegung und Emotion
- ein Verständnis für visuelles Denken in Abläufen
- feinmotorische und handwerkliche Fähigkeiten
- ein Verständnis von Mathematik und Physik als Werkzeug
- Selbstvertrauen durch sichtbare, kreative Ergebnisse
Hier lernt nicht nur der Kopf – auch das Herz freut sich gemeinsam mit den anderen über das, was die eigenen Hände geschaffen haben.