Beim Öl-auf-Glas-Trickfilm-Workshop gestalten die Teilnehmenden eigene Animationsfilme, indem sie mit nicht trocknender Farbe direkt auf einer Glasplatte malen. Anders als beim klassischen Zeichentrick wird nicht für jedes Einzelbild eine neue Zeichnung angefertigt. Stattdessen verändern die Teilnehmenden das vorhandene Bild Schritt für Schritt und nehmen jede Veränderung mit einer Kamera auf. Beim Abspielen der Einzelbilder entsteht der Eindruck von Bewegung.
Mit Pinseln, Fingern und anderen Hilfsmitteln lassen sich Figuren und Formen verändern, Farben verwischen und Bilder ineinander übergehen lassen. So entstehen fließende Verwandlungen (Morphing) und vielfältige malerische Animationseffekte.
Zu Beginn des Workshops stellen die Teilnehmenden ihre Malfarben aus Farbpigmenten und Glycerin selbst her. Da diese Farben nicht trocknen, können sie die Bilder immer wieder verändern, ergänzen oder teilweise entfernen.
Beim freien Experimentieren mit dem Material entdecken die Teilnehmenden neue gestalterische Möglichkeiten. Dabei entstehen oft überraschende Ergebnisse, aus denen sich Ideen für ihre Animationen entwickeln.
Die Teilnehmenden entwickeln eigene Filmideen, die sie allein oder in kleinen Gruppen umsetzen. Die Ideen können im Voraus geplant werden, entwickeln sich aber häufig erst während des Malens und Animierens.
Die Teilnehmenden lernen, Bewegungsabläufe in einzelne Phasen zu zerlegen und deren Timing und Rhythmus bewusst zu gestalten. Ihre Animationen können sie unmittelbar abspielen, überprüfen und weiterentwickeln.
Ich begleite diesen Prozess, bespreche die Filmideen und unterstütze bei künstlerischen und technischen Herausforderungen. Dabei demonstriere ich beispielsweise Bewegungsabläufe und zeige, wie sie sich mit den Mitteln der Animation umsetzen lassen.
An drei Animationsarbeitsplätzen arbeiten die Teilnehmenden in kleinen Gruppen zusammen. Während ein oder zwei Personen die Bilder auf der Glasplatte verändern, bedient eine weitere Person den Computer und löst die Einzelbildaufnahmen aus. Eine vierte Person kann bereits während der Animation gemeinsam mit anderen Teilnehmenden passende Geräusche aufnehmen.
Anschließend werden die aufgenommenen Szenen geschnitten und mit Geräuschen, Sprache oder Musik vertont. Je nach Vorkenntnissen übernehmen die Teilnehmenden diese Arbeitsschritte selbst und werden dabei von mir unterstützt.
Making-of: Ein Blick hinter die Kulissen des Workshops
Film von Simone Klar
Animationsfilme aus einem fünftägigen Workshop
Die Teilnehmenden lernen:
- nicht trocknende Malfarben herzustellen und gestalterisch einzusetzen,
- eigene Filmideen zu entwickeln und bildlich umzusetzen,
- Bewegungen in Einzelbilder zu zerlegen und deren Timing zu gestalten,
- mit Verwisch-, Überblendungs- und Morphing-Effekten zu experimentieren,
- Kamera und Animationssoftware für Einzelbildaufnahmen einzusetzen,
- gemeinsam Animationsfilme zu gestalten,
- ihre Aufnahmen zu schneiden und mit Ton zu versehen.
Dauer: Fünf Tage
Teilnehmerzahl: Empfohlen werden 9 bis 12 Personen.
Arbeitsplätze: Drei Animationsplätze mit jeweils einer Glasplatte, Kamera und Computer. Die Teilnehmenden arbeiten in kleinen Gruppen zusammen.
Vorkenntnisse: Freude am Malen und bildnerischen Gestalten sowie grundlegende zeichnerische oder malerische Fähigkeiten sind erwünscht. Erfahrungen mit Animation sind nicht erforderlich.