VIRTUOS VIRTUELL ist eine experimentelle Musikvisualisierung, inspiriert von der Ouvertüre der Oper Der Alchymist von Louis Spohr. Fließende Tusche verwandelt die Musik in eine poetische Bildwelt, die sich im Grenzbereich zwischen Gegenständlichkeit und Ungegenständlichkeit bewegt. Der gemeinsam mit Maja Oschmann inszenierte Film wurde mit 43 internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.
Aus fließenden Tuscheformen entstehen fortwährend neue Bilder, die sich ebenso schnell wieder verändern oder auflösen. Im Einklang mit der Musik entwickeln sich Begegnungen, Verfolgungen, tänzerische Momente und Konfrontationen, die Raum für eigene Deutungen lassen. So eröffnet der Film vielfältige Assoziationen und Emotionen.
Der „Hauptdarsteller“ des Films ist ein schwarzer Pinselstrich. Im Rhythmus der Musik wogt, springt und schlängelt er sich durch die fließende Tusche, begegnet ihr spielerisch oder wird von ihr bedrängt. Aus diesem Zusammenspiel entstehen immer neue Bilder, die den Zuschauer zu eigenen Entdeckungen einladen.
Themen
Klassische Musik · Musikvisualisierung · Fantasie · Kunst
Wirkung
poetisch · faszinierend · emotional · assoziationsreich
Art des Films
Experimentelle Musikvisualisierung.
„Sehr beeindruckender Film und wunderschöne Tuschezeichnungen.“ — (Vimeo)
„Ein großartiges Konzept und hervorragend umgesetzt.“ — (Vimeo)
„Einer meiner Favoriten in Annecy in diesem Jahr …“ — (Vimeo)
„Eine schöne Idee, hervorragend umgesetzt.“ — (Vimeo)

Prädikat „besonders wertvoll“, Deutsche Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW)
Jury-Begründung
Die Möglichkeiten der Verbindung von Form und Musik im Bewegungsbild wurde schon früh in der Filmgeschichte erprobt, so vor allem im abstrakten oder absoluten Film zur Zeit der historischen Avantgarde in den 1920er Jahren. Dabei wurde auch Gebrauch von Animationen gemacht. Es ist also nicht besonders originell, wenn sich heute ein Experimentalfilm in diesen Bereich begibt. Oscar-Preisträger Thomas Stellmach und der Zeichnerin Maja Oschmann gelingt es dennoch, mit VIRTUOS VIRTUELL den Zuschauer zu faszinieren. Zu einer Komposition des Kasseler Komponisten Louis Spohr inszenieren die Filmemacher eine Tusche-Animation, die zu keiner Sekunde langweilig ist. Die Zeichnung entsteht mit der Musik und die Musik scheint mit der Zeichnung zu entstehen. Bild und Ton bilden ein Amalgam, das uns derart mitreißt, dass in der Abstraktion der Zeichnung eine Geschichte mitsamt emotionalen und spannenden Momenten zum Vorschein kommt. Mit VIRTUOS VIRTUELL ist in der Tat eine virtuose Wiederbelebung des absoluten Films gelungen.

Freigegeben ab 0 Jahren
Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft (FSK)
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Die Premiere von VIRTUOS VIRTUELL fand am 18. Februar 2013 im Rahmen des Festakts zur „1100-Jahr-Feier Kassels“ im Kongress Palais Kassel vor rund 2.000 Gästen statt. Die Ouvertüre zu DER ALCHYMIST von Louis Spohr, auf der der Film basiert, wurde dabei live vom Staatsorchester Kassel unter der Leitung von Helmut Imig aufgeführt. Für diesen Anlass komponierte Imig außerdem ein musikalisches Nachspiel zu den Schlusscredits des Films. Im Rahmen der Veranstaltung überreichte uns der Oberbürgermeister von Kassel den ersten Preis für den Film, den „Fulle-Oscar“.
VIRTUOS VIRTUELL wurde von der Internationalen Louis Spohr Gesellschaft initiiert und unterstützt, die das Louis Spohr Museum in Kassel betreut. Der Film entstand speziell für die Dauerausstellung des Museums und wird dort auf einem autostereoskopischen 3D-Monitor präsentiert. Ziel war es, Musik nicht nur hörbar, sondern auch visuell erfahrbar zu machen.
Der Film ermöglicht auch gehörlosen Besucherinnen und Besuchern, Musik durch ihre visuelle Interpretation zu erleben.
Während der documenta 13 im Jahr 2012 zeigte das Louis Spohr Museum die Sonderausstellung Making of Virtuos Virtuell, in der der noch unvollendete Film zu sehen war. Rund 58.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung während der documenta. Einige hinterließen Kommentare in unserem Gästebuch, zum Beispiel:
„Das ist das Beste an der documenta.“
Dabei gehörte unsere Ausstellung gar nicht zur documenta.
2014/2015 folgte eine weitere Ausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt.
Erfahre mehr über unsere audiovisuelle Ausstellung.
Heute wird VIRTUOS VIRTUELL in Bildungsprogrammen deutscher und internationaler Institutionen eingesetzt:
Als feststand, dass ein Film über Louis Spohr entstehen sollte, begann ich, mich intensiv mit seiner Musik auseinanderzusetzen. Ich hörte rund 170 seiner Kompositionen und stellte zunächst eine Collage aus verschiedenen Werken zusammen, die ich visualisieren wollte. Erst später entdeckte ich die Ouvertüre der Oper Der Alchymist.
Die emotionale Bandbreite der Ouvertüre faszinierte mich sofort. Zunächst entstand die Idee eines schwarzen Pinselstrichs, der sich zur Musik bewegt. Gemeinsam mit Maja Oschmann entwickelte sich daraus Schritt für Schritt eine abstrakte Bildsprache, in der fließende Tusche, Bewegung und Musik zu einer Einheit verschmelzen.
Mit diesem gemeinsamen Konzept begannen wir, Fördermittel einzuwerben. In den folgenden drei Jahren konnte der Film mit Unterstützung mehrerer Förderinstitutionen Schritt für Schritt realisiert werden.
Trickfilm-Show
VIRTUOS VIRTUELL ist Teil meiner Trickfilm-Show – eines Infotainment-Programms, in dem ich meine preisgekrönten Animationsfilme zeige und Einblicke in ihre Entstehung gebe.
Regie, Zeichnungen, Storyboard, Bild-Choreographie, Filmlayout, Tinten-Animation
MAJA OSCHMANN
Regie, Produzent, Projektidee, Storyline/Handlungsbogen, Compositing, technische Leitung, Stereoskopie, Tinten-Animation
THOMAS STELLMACH
Originalmusik
Louis Spohr (1784 – 1859)
aus der Ouvertüre der Oper „DER ALCHYMIST“
Dirigent Christian Fröhlich, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
mit freundlicher Genehmigung von Cpo – Classic Production Osnabrück
Abspann-Musik
Komponist: TILL MERTENS
www.filmklang.de
Violine: SUSANNE HERMANN
Der Film wurde auf 180 internationalen Filmfestivals gezeigt.
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Bitte kontaktiere mich, wenn Du eine Sichtungskopie wünschst oder den Film für Kino-, Festival- oder Kulturveranstaltungen buchen möchtest.
7:22 Minuten
Digitale Tintenstriche, die mittels Motion-Capture-Technik aufgezeichnet und mit Aufnahmen von fließender Tinte kombiniert wurden. Auch in stereoskopischem 3D erhältlich.
Thomas Stellmach Animation, 2010 - 2013
Thomas Stellmach und Maja Oschmann
Thomas Stellmach
Ohne Dialog
Ouvertüre zur Oper „DER ALCHYMIST“ von Louis Spohr (1784–1859). Musik zum Abspann: Till Mertens
MP4, 1080p, stereo, Bildraten 24, 25, 29,97, 50
DCP 2K 24fps, 48fps, 2D and stereoscopic